Neurologie, Fettleibigkeit
Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit einer sehr kalorienarmen ketogenen Diät bei adipösen Frauen mit Fibromyalgie: eine interventionelle Pilotstudie

Diese Pilotstudie untersucht die Auswirkungen der sehr kalorienarmen ketogenen Diät (VLCKD) auf übergewichtige Frauen mit der Diagnose Fibromyalgie. Dabei wird der Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und verschlimmerten Fibromyalgie-Symptomen sowie der potenzielle therapeutische Nutzen der VLCKD bei Erkrankungen im Zusammenhang mit Fibromyalgie berücksichtigt.
Methods:
Weibliche Patienten mit Fibromyalgie und einem BMI von ≥ 30 kg/m2 wurden einer VLCKD unterzogen. Die Diät begann mit einer ketogenen Phase, gefolgt von einer schrittweisen Wiedereinführung von Kohlenhydraten. Die Studie verfolgte Veränderungen des BMI, des Fibromyalgia Impact Questionnaire (FIQ) und verschiedener anderer Gesundheits- und Wohlbefindensskalen.
Results:
Von den 20 Teilnehmern schlossen 18 die Studie ab, mit einem Durchschnittsalter von 51.3 Jahren und einem BMI von 37.2 kg/m2. Alle Teilnehmer verloren während der ketogenen Phase an Gewicht, und dieser Gewichtsverlust hielt auch nach der Wiedereinführung von Kohlenhydraten an. Signifikante Reduzierungen der FIQ-Werte deuteten auf eine Verbesserung der Fibromyalgie-Symptome hin. Verbesserungen wurden auch bei Angstzuständen, Depressionen und Lebensqualität festgestellt. 89 % der Patienten zeigten beim ersten Kontrollpunkt eine klinisch signifikante Verringerung des FIQ. Es wurde jedoch kein direkter Zusammenhang zwischen der Veränderung des BMI und Verbesserungen der Fibromyalgie-Symptome gefunden. Die Nebenwirkungen waren gering und es gab keine ernsthaften Sicherheitsbedenken.
Fazit:
VLCKD scheint bei Fibromyalgie-Patienten wirksam zu sein, was sich in der Verbesserung verschiedener Krankheitsaspekte zeigt, selbst nach der Wiedereinführung von Kohlenhydraten.
Die zugrunde liegende Wissenschaft legt nahe, dass Ketonkörper aus der VLCKD dabei helfen können, Neuroinflammation zu regulieren, ein vermutlich beitragender Faktor bei Fibromyalgie, was durch bildgebende Untersuchungen und das Vorhandensein von proinflammatorischen Wirkstoffen in der Rückenmarksflüssigkeit von Fibromyalgie-Patienten gestützt wird.
Beta-Hydroxybutyrat und Acetoacetat schützen nachweislich das Nervensystem, indem sie oxidativen Stress reduzieren und Mitochondrien, Transkriptionsprozesse und Darmmikrobiota beeinflussen.
Auch wenn die vollständigen Auswirkungen einer Neuroinflammation auf Fibromyalgie noch nicht vollständig geklärt sind, könnte ihre Behandlung einen potenziell neuen Therapieansatz für Fibromyalgie-Patienten bieten.