Psychische Störungen
Ketogene Stoffwechseltherapie bei therapieresistenter posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS): ein retrospektiver Fallbericht

Dieser retrospektive Fallbericht untersuchte die Anwendung der ketogenen Stoffwechseltherapie (KMT) bei einer 45-jährigen Frau mit therapieresistenter posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) infolge eines sexuellen Traumas im Militärdienst. Trotz fast zwei Jahrzehnten Psychotherapie und zahlreicher Medikamentenversuche litt die Patientin weiterhin unter schweren PTBS-Symptomen, Depressionen, Angstzuständen, Dissoziation und Suizidgedanken.
Die Intervention umfasste eine strukturierte, 25-wöchige ketogene Diät, die der Patient 9 Tage vor Beginn der formellen Anleitung selbstständig einleitete. Es wurde ein ketogenes Verhältnis von 1.5:1 eingehalten, was etwa 77 % Fett, 18 % Protein und 5 % Netto-Kohlenhydrate (20 g/Tag) ergab. Regelmäßige virtuelle Betreuung und Stoffwechselüberwachung wurden durchgeführt. Mit strukturierter Unterstützung wurde eine therapeutische Ketose (≥ 1.5 mmol/l β-Hydroxybutyrat) erreicht.
Es wurden durchgehend validierte psychometrische Instrumente verwendet, darunter PCL-5, PHQ-9, GAD-7 und DASS-42.
Ergebnisse
Schweregrad der PTBS (PCL-5):
- Ausgangswert: 32 (erhoben nach der anfänglichen Kohlenhydratbeschränkung).
- Ergebnis in Woche 25: 2, was auf eine Remission hinweist.
- Der historische Wert für stationäre Behandlungen lag zuvor bei 64.
Depression (PHQ-9): Von 10 (mittelgradig) auf 0 in Woche 21 gesunken und in Woche 25 auf diesem Niveau geblieben.
Angst (GAD-7): Von 6 (leicht) auf 0 in Woche 25 reduziert.
DASS-42: Der Gesamtscore sank von 38 (schwere Depressionskomponente) auf 0 in Woche 25.
Gewicht und Körperzusammensetzung:
- Das Gewicht sank von 142.7 lbs (64.7 kg) auf 128.0 lbs (58.1 kg).
- Die Fettmasse sank auf 29.8 lbs (13.5 kg).
Qualitative Ergebnisse:
- Auflösung von Suizidgedanken.
- Verbesserte Emotionsregulation, kognitive Klarheit und Beziehungsfähigkeit.
- Gesteigerte Resilienz und psychische Stabilität.
Fazit
Dieser Fallbericht dokumentiert die vollständige Remission der Symptome bei einem Patienten mit therapieresistenter posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) nach 25 Wochen ketogener Stoffwechseltherapie (KMT). Verbesserungen wurden anhand mehrerer validierter Instrumente beobachtet und durch qualitative Berichte über die funktionelle Erholung bestätigt. Obwohl ein kausaler Zusammenhang nicht nachgewiesen und Störfaktoren nicht ausgeschlossen werden können, sprechen die Ergebnisse für weitere kontrollierte Studien zur ketogenen Stoffwechseltherapie als mögliche Zusatzbehandlung bei therapieresistenter PTBS.