Psychische Störungen
Transdiagnostische Remission psychiatrischer Komorbidität bei posttraumatischer Belastungsstörung, ADHS und Binge-Eating-Störung durch ketogene Stoffwechseltherapie: ein retrospektiver Fallbericht

Dieser Fallbericht beschreibt eine 12-wöchige ketogene metabolische Therapie (KMT) bei einer 38-jährigen Frau mit mehreren Komorbiditäten: behandlungsresistente PTBS, ADHS, Essattacken, Depressionen, Angstzustände und bipolare Störung II. Nach begrenztem Erfolg mit jahrelanger Psychotherapie und ohne psychiatrische Medikamente nahm sie an einem strukturierten KMT-Programm mit wöchentlicher Unterstützung teil.
Das Ernährungsprotokoll umfasste eine ketogene Diät auf tierischer Basis, wobei das Verhältnis von Fett zu Protein und Kohlenhydraten von 1.5:1 auf 2:1 gesteigert wurde. Die Blutketonwerte wurden täglich überwacht, und die optimale geistige Klarheit wurde erreicht, wenn der Beta-Hydroxybutyrat-Spiegel zwischen 3.0 und 5.0 mmol/l blieb. Während der Intervention wurden keine zusätzlichen Therapien angewendet.
Bis zur zwölften Woche waren alle psychiatrischen Symptome, wie mehrere validierte Skalen zeigten, verschwunden. Sie berichtete außerdem von signifikanten funktionellen Verbesserungen, darunter die Rückkehr an den Arbeitsplatz, verbesserte Konzentration und größere emotionale Stabilität.
Die wichtigsten Ergebnisse:
- Depression (PHQ-9): Von 27 (schwer) auf 0 gesunken, was auf eine vollständige Remission der depressiven Symptome hinweist.
- Angst (GAD-7): Von 16 (schwer) auf 0 gesunken, was eine vollständige Beseitigung der Angst widerspiegelt.
- PTBS (PCL-5): Sinkt vom Maximalwert von 80 auf 0, was eine vollständige Remission der PTBS-Symptome widerspiegelt.
- Symptome von Essattacken (BES): Reduziert von 44/46 (schwer) auf 0, was auf ein vollständiges Ende der Essattacken hinweist.
- Esssucht (Verlangen): Rückgang von 6/6 auf 0, was auf eine Lösung des süchtig machenden Essverhaltens hindeutet.
- Stress, Depression und Angst (DASS-21 gesamt): Verbesserung von 80 auf 0, wobei alle Unterskalen bis Woche 12 im Normalbereich lagen.
Bis Woche 12 waren alle psychiatrischen Symptome auf Basis mehrerer validierter Skalen abgeklungen. Die Patientin berichtete zudem von signifikanten funktionellen Verbesserungen, darunter der Wiederaufnahme der Arbeit, verbesserter Konzentration und größerer emotionaler Stabilität. Sie berichtete von einer raschen Rückkehr der Symptome während kurzer Ketosepausen und bezeichnete die Aufrechterhaltung des Ketonspiegels als entscheidend für ihre psychische Gesundheit.
Diese Ergebnisse legen nahe, dass KMT einen gezielten Ansatz für komplexe psychiatrische Erkrankungen bieten könnte und weitere Studien rechtfertigt.