Krebs
Aktuelle Erkenntnisse in der Pharmaernährung: „Ketogenik“ bei pädiatrischen Gliomen

Gehirntumoren machen 20–25 % der Krebserkrankungen bei Kindern aus, wobei Gliome am häufigsten vorkommen. Aktuelle Behandlungen, zu denen Chemotherapie und Operation gehören, haben schwerwiegende Nebenwirkungen.
Dies hat zur Erforschung individualisierter Behandlungen geführt, einschließlich der Pharmakoernährung, bei der Medikamente mit einer spezifischen Diät kombiniert werden.
Die Überlebensraten pädiatrischer Gliome variieren je nach Grad erheblich, wobei einige eine sehr schlechte Prognose haben. Eine Herausforderung bei der Behandlung sind Krebsstammzellen, die gegen herkömmliche Behandlungen resistent sind.
In jüngster Zeit hat die ketogene Ernährung als ergänzende Behandlung von Krebs an Interesse gewonnen. Es ist bekannt, dass ketogene Diäten den Stoffwechsel des Körpers verändern, wobei Leberhepatozyten Nahrungsfette in Energieersatzstoffe umwandeln, die Tumorzellen offenbar nicht effektiv nutzen können.
Zu seinen potenziellen Vorteilen im Krebskontext gehören:
→ Begrenzung des Tumorwachstums
→ Schutz gesunder Zellen vor Behandlungsschäden
→ Steigerung der Wirksamkeit von Chemotherapeutika
Angesichts der einzigartigen Stoffwechseleigenschaften von Krebs, wie z. B. einer beeinträchtigten Mitochondrienfunktion, werden ketogene Diäten und andere Ernährungsstrategien auf ihr Potenzial untersucht, die Tumorreaktivität während der Behandlung zu modulieren.
Nahrungsbestandteile spielen eine Schlüsselrolle bei der Beeinflussung epigenetischer Veränderungen, und es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass diese Veränderungen mit der ketogenen Ernährung in Zusammenhang stehen. Es kann die Gentranskription durch verschiedene epigenetische Prozesse beeinflussen, einschließlich DNA-Methylierung und Modifikationen der Histonstruktur.
Tumore weisen durchweg ein erhöhtes Maß an oxidativem Stress und reaktiven Sauerstoffspezies auf. Die ketogene Diät verstärkt den oxidativen Stress in Tumorzellen, bietet aber auch neuroprotektive Vorteile, indem sie die Produktion reaktiver Sauerstoffspezies in gesunden Zellen reduziert.
Während viele Studien die Auswirkungen der ketogenen Ernährung auf Gliome untersucht haben, gibt es nur wenige pädiatrische Studien. Das Verständnis von Krebs im Kindesalter durch die Linse der Epigenetik unterstreicht die Notwendigkeit, Umweltfaktoren und die mögliche Rolle der Ernährung sowohl bei der Ursache als auch bei der Behandlung der Krankheit zu berücksichtigen.