Psychische Störungen
Remission einer Zwangsstörung durch ketogene Stoffwechseltherapie zur Unterstützung der Expositions- und Reaktionsprävention: ein retrospektiver Fallbericht

Dieser Fallbericht untersucht den Einsatz der ketogenen Stoffwechseltherapie als Ergänzung zur Expositions- und Reaktionsprävention (ERP) bei der Behandlung eines 26-jährigen Mannes mit behandlungsresistenter Zwangsstörung (OCD). Standardinterventionen, darunter Pharmakotherapie und kognitive Verhaltenstherapie, hatten zuvor keine anhaltende Linderung erzielt.
Der Patient begann selbstständig mit einer modifizierten ketogenen Diät, die durch ein Fett-Protein-Kohlenhydrat-Verhältnis von 1.5:1 gekennzeichnet war, und überwachte den Ketonspiegel, um eine ernährungsbedingte Ketose (Beta-Hydroxybutyrat-Spiegel ≥ 0.8 mmol/l) sicherzustellen. Die ERP wurde vier Wochen später eingeführt, beginnend mit Psychoedukation und formalen Expositionsübungen in der fünften Woche.
Die ketogene Diät wurde strikt eingehalten, einschließlich der Überwachung der Makronährstoffe und der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln wie Omega-3-Fettsäuren, Elektrolyten, Magnesium und N-Acetylcystein (NAC). Die Nachbeobachtung dauerte 95 Wochen, um die Langzeitergebnisse zu beurteilen.
Die wichtigsten Ergebnisse:
- Zwangsstörungen (DOCS – Symmetrie-Subskala): Der Wert sank von 12 (Ausgangswert) auf 7 (Woche 3), dann auf 5 (Woche 7) und schließlich bei der Nachuntersuchung nach 2 Wochen auf 95.
- Emotionale Belastung (DASS-21): Die Gesamtpunktzahl sank von 32 (mäßige Belastung) auf 6 (Woche 3), 4 (Woche 7) und 2 (Woche 95), wobei sich alle Unterskalen wieder normalisierten.
- Tägliche Zwänge: Reduzierung von 3–8 Stunden/Tag auf unter 1 Stunde/Tag innerhalb von 3 Wochen nach Beginn der ketogenen Diät.
- Funktion und Regelung: Es wurde von Verbesserungen bei Schlaf, Stimmung, Energie und emotionaler Regulierung berichtet, die das ERP-Engagement unterstützen.
- Patientenperspektive: Beschrieb die ketogene Diät als wesentlich für die Genesung und wirkungsvoller als vorherige Medikamente oder Therapien.
Bemerkenswerterweise waren Verbesserungen der Zwangssymptome und der Stimmung vor Beginn der ERP erkennbar, was darauf schließen lässt, dass KMT möglicherweise eine neurologische Grundlage geschaffen hat, die die Wirksamkeit der nachfolgenden Verhaltenstherapie verbessert hat.
Dieser Einzelfall legt nahe, dass die ketogene Stoffwechseltherapie eine sinnvolle Ergänzung zur ERP für Personen mit behandlungsresistenter Zwangsstörung darstellen kann, da sie möglicherweise das Symptommanagement verbessert und die Teilnahme an einer Verhaltenstherapie unterstützt. Einschränkungen bestehen zwar im retrospektiven Charakter der Studie und dem Fehlen einer Kontrollgruppe, doch die anhaltenden Verbesserungen unterstreichen die Notwendigkeit weiterer Forschung zur Rolle der KMT in Behandlungsstrategien für Zwangsstörungen.