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Diabetes, Metabolisches Syndrom, Endokrine

Behandlung einer gegensätzlichen Stoffwechselsituation: GLUT1-Mangelsyndrom und Typ-1-Diabetes

Forschung zu T1DM und GLUT1

Das Glukosetransporter-Typ-1-Mangel-Syndrom (GLUT1-DS) ist eine seltene genetische Stoffwechselstörung, die zu einem gestörten Glukosetransport über die Blut-Hirn-Schranke und einem chronischen zerebralen Energiemangel führt. Patienten benötigen in der Regel eine lebenslange ketogene Diät, um das Gehirn mit Ketonkörpern als alternative Energiequelle zu versorgen. Die modifizierte Atkins-Diät (MAD), eine Form der KDT, wird häufig zur Behandlung von Symptomen wie Krampfanfällen und motorischen Beeinträchtigungen eingesetzt.

Ein aktueller Fallbericht beschreibt die Behandlung einer 15-jährigen Patientin mit GLUT1-DS, die unter MAD an Typ-1-Diabetes (T1D) erkrankte. Seit ihrem zehnten Lebensjahr war sie unter MAD anfallsfrei und neurologisch stabil. Im Alter von 15 Jahren wurde bei einer Routineuntersuchung eine diabetische Ketoazidose (DKA) festgestellt, die einen zuvor nicht diagnostizierten Typ-1-Diabetes aufdeckte. Die gleichzeitige Behandlung beider Erkrankungen stellte eine besondere klinische Herausforderung dar, da die für T1D erforderliche Insulintherapie die für die GLUT1-DS-Behandlung notwendige Ketonproduktion unterdrücken kann.

Nach der Korrektur der DKA wurde eine Insulinpumpentherapie eingeleitet, während die MAD aufrechterhalten wurde. Ein interdisziplinäres Team legte individuelle Behandlungsziele fest, um sowohl die Glukosekontrolle als auch die therapeutische Ketose zu unterstützen. Die Patientenversorgung umfasste die Echtzeitüberwachung des Blutzucker- und β-Hydroxybutyratspiegels, den strategischen Einsatz von MCT-Öl und die Anpassung der Insulindosis zur Aufrechterhaltung einer moderaten Ketose.

Während einer 24-monatigen Nachuntersuchung traten weder eine diabetische Ketoazidose noch Krampfanfälle oder paroxysmale Bewegungsstörungen erneut auf. Ihr HbA1c-Wert blieb stabil bei 6.9 %, und der Insulinbedarf lag im Durchschnitt bei 0.6 IE/kg/Tag. Die morgendlichen β-Hydroxybutyrat-Werte lagen konstant zwischen 0.4 und 2.2 mmol/l.

Dies ist der erste dokumentierte Fall eines Typ-1-Diabetes-Ausbruchs bei einem Patienten, der bereits eine ketogene Diättherapie gegen GLUT1-DS erhält. Dies zeigt, dass diese beiden metabolisch gegensätzlichen Erkrankungen mit individuellen Zielen und enger interdisziplinärer Koordination sicher und effektiv behandelt werden können. Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um Behandlungsprotokolle für ähnliche Fälle zu erstellen.

Quelle:

JIMD-Berichte img Quelle: JIMD-Berichte

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  • Titel-Icon Studientitel:
    Behandlung einer gegensätzlichen Stoffwechselsituation: GLUT1-Mangelsyndrom und Typ-1-Diabetes
  • Quellsymbol Quelle: https://doi.org/10.1002/jmd2.70007
  • Kalender-Symbol Veröffentlichungsdatum:
    25. März 2025
  • Autoren-Symbol Studienautoren:
    Schoenlaub AK, Höller A, Hofer S, Haberlandt E, Steichen-Gersdorf E, Karall D, Forster D, Scholl-Bürgi S.
Stichworte:
Stoffwechselmanagement Metabolic Disorders Medizinische Ernährungstherapie Doppeldiagnose Patientensicherheit Klinische Studien Seltene Krankheit Interdisziplinäre Versorgung Individualisierte Ziele Fallstudie GLUT1DS Ketogene Therapie Ketone Typ 1 Diabetes Glucose
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