Allgemeine Gesundheit, Neurologie
Ketogene Mittelmeerdiät führt zu reduzierter Schmerzhäufigkeit und -intensität bei Patienten mit chronischer Migräne: Eine Pilotstudie

Migräne ist eine chronische neurologische Erkrankung, die Millionen von Menschen weltweit betrifft und starke Schmerzen und Behinderungen verursacht. Obwohl die genauen Mechanismen der Migräne nicht vollständig verstanden sind, wird angenommen, dass Energiedefizite im Gehirn, möglicherweise aufgrund von mitochondrialen Funktionsstörungen und oxidativem Stress, eine bedeutende Rolle spielen. Sowohl die Mittelmeerdiät (MD) als auch die ketogene Diät (KD) haben sich bei der Behandlung neurologischer Erkrankungen, einschließlich Migräne, als vielversprechend erwiesen.
In einer Pilotstudie befolgten 25 Personen mit chronischer Migräne 8 Wochen lang eine mediterrane Ketodiät (MD-KD). Jeder Patient erhielt einen personalisierten Plan, der weniger als 25 Gramm Kohlenhydrate pro Tag und ein ketogenes Verhältnis von >1.5:1 vorsah. Die Beta-Hydroxybutyrat-Werte wurden während der gesamten Studie alle zwei Tage mit einem Ketonmessgerät gemessen, um die Einhaltung zu bestätigen.
Die Forscher beurteilten Häufigkeit und Intensität der Migräne, Körperzusammensetzung und biochemische Parameter zu Beginn sowie nach vier und acht Wochen.
Die wichtigsten Ergebnisse:
🔷 Häufigkeit und Intensität von Migräne:
- Ausgangslage: 17.5 Anfälle pro Monat, Intensität 8.4/10
- Nach 4 Wochen MD-KD: 5.93 Anfälle pro Monat, Intensität 4.9/10
- Nach 8 Wochen MD-KD 3.01 Anfälle pro Monat, Intensität 3.6/10
🔷 Ketonämie: Die Beta-Hydroxybutyrat-Werte stiegen nach 1.23 Wochen auf 4 mmol/l und nach 1.41 Wochen auf 8 mmol/l, was auf eine anhaltende Einhaltung der MD-KD hindeutet.
🔷 Körperzusammensetzung: Die Teilnehmer verloren bis zum Ende der Studie durchschnittlich 13.6 kg (6.2 Pfund), hatten einen um 2.2 cm (5.5 Zoll) verringerten Taillenumfang und einen um 8 % verringerten Körperfettanteil.
🔷 Biochemische Parameter: Die Teilnehmer erreichten eine signifikante Senkung des Insulinspiegels und des HOMA-IR auf dem MD-KD.
In dieser Studie reduzierte die mediterrane ketogene Diät die Häufigkeit und Intensität von Migräne signifikant, verbesserte die Körperzusammensetzung und verbesserte die Stoffwechselgesundheitsmarker bei Patienten mit chronischer Migräne. Dieser Ernährungsansatz könnte eine vielversprechende Strategie zur Behandlung von Migräne darstellen, die möglicherweise mit einer Verringerung von oxidativem Stress und Neuroinflammation verbunden ist. Um diese Ergebnisse zu bestätigen und die langfristigen Auswirkungen auf die Migränebehandlung zu beurteilen, sind jedoch größere Studien mit Kontrollgruppen erforderlich.