Diabetes
mHealth-Diätintervention mit niedrigem Kohlenhydratanteil verbessert das glykämische Profil, den Blutdruck und das Gewicht bei Menschen mit Typ-2-Diabetes

Eine einarmige Studie untersuchte die Auswirkungen einer mobilen Gesundheitsintervention (mHealth) mit kohlenhydratarmer Ernährung über die Defeat Diabetes App bei 99 Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes (T2D) in ganz Australien. Die Teilnehmer absolvierten drei Monate lang ein strukturiertes digitales Programm zur Reduzierung ihrer täglichen Kohlenhydrataufnahme. Die App bot videobasierte Schulungen, Rezepte, Ernährungspläne und Unterstützung durch Gleichgesinnte. Die Teilnehmer wurden von ihren Hausärzten per Fernüberwachung hinsichtlich glykämischer Marker, Blutdruck und Medikamenteneinnahme überwacht.
Die Intervention wurde in die routinemäßige Primärversorgung integriert und erforderte keine zusätzlichen Arztbesuche über die Standardbehandlung bei Typ-2-Diabetes hinaus. Die Nahrungsaufnahme und -adhärenz der Teilnehmer wurden anhand von Ernährungsprotokollen und -erinnerungen beurteilt.
Die wichtigsten Ergebnisse:
- HbA1c im Durchschnitt um 1.0 % gesenkte (95 % KI: −1.3 bis −0.7), wobei sich der Zustand von 85 % der Teilnehmer verbesserte.
- 52 % der Teilnehmer erreichten einen HbA1c-Wert von <6.5 %, also unterhalb der Diabetes-Diagnoseschwelle.
- 21 Teilnehmer reduzierten ihre Diabetesmedikation und zwei setzten sie vollständig ab.
- Teilnehmer, die ≤50 g Kohlenhydrate/Tag zu sich nahmen, verzeichneten eine stärkere HbA1c-Reduktion (−0.5 %) und verloren mehr Gewicht (−2.1 kg, p < 0.05) als diejenigen, die > 50 g Kohlenhydrate/Tag zu sich nahmen
- Der systolische Blutdruck verbesserte sich um 6 mmHg, ohne dass sich die körperliche Aktivität signifikant veränderte.
- Die digitale Bereitstellung ermöglichte eine breite Zugänglichkeit und ließ sich nahtlos in das bestehende australische Gesundheitssystem integrieren.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine ferngesteuerte, app-basierte Intervention mit sehr geringer Kohlenhydratzufuhr zu klinisch bedeutsamen Verbesserungen der Blutzuckerkontrolle, der Medikamentenreduktion und der kardiometabolischen Risikofaktoren bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes führen kann. Dieses Modell bietet eine skalierbare, kostengünstige Alternative zu ressourcenintensiveren Präsenzprogrammen.