Neurologie
Der Zusammenhang der ketogenen Ernährung mit neurodegenerativen und psychiatrischen Erkrankungen: Ein Überblick von der Grundlagenforschung bis zur klinischen Praxis

Die ketogene Diät wird als Therapie bei Epilepsie, Fettleibigkeit und Diabetes eingesetzt. Seine potenziell entzündungshemmenden und neuroprotektiven Eigenschaften könnten auch bei neurodegenerativen und psychiatrischen Erkrankungen von Vorteil sein.
In einer kürzlich in Nutrients veröffentlichten Übersicht kommen Forscher zu dem Schluss, dass Laborstudien verschiedene molekulare Mechanismen identifiziert haben, durch die die ketogene Ernährung neuroprotektive Wirkungen entfalten kann, wie z. B. die Hemmung von Neuroinflammationen, die Reduzierung der Produktion reaktiver Sauerstoffspezies, die Verringerung der Amyloid-Plaque-Ablagerung und der Mikroglia-Aktivierung sowie den Schutz dopaminerger Neuronen , Unterdrückung der Tau-Hyperphosphorylierung, Stimulierung der mitochondrialen Biogenese, Verbesserung der mikrobiellen Vielfalt im Darm, Wiederherstellung der Histonacetylierung und Förderung der Neuronenreparatur.
Klinische Beweise beschränken sich jedoch auf kleine Stichprobengrößen und kurzfristige Auswirkungen und leiden häufig unter einer mangelnden Compliance-Bewertung. Um das Potenzial der ketogenen Ernährung bei der Linderung oder Behandlung neurodegenerativer und psychiatrischer Erkrankungen zu verstehen, sind große, langfristige und gut konzipierte klinische Studien erforderlich.