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Psychische Störungen

Eine ketogene Diät bei therapieresistenter Depression: Eine randomisierte klinische Studie

Zusammenfassung der Forschungsergebnisse: Eine ketogene Diät bei therapieresistenter Depression – Eine randomisierte klinische Studie

Therapieresistente Depression (TRD), definiert als fehlendes Ansprechen auf mindestens zwei adäquate Antidepressiva-Behandlungen, stellt weiterhin eine erhebliche klinische Herausforderung dar. Jüngste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass ketogene Diäten durch die Modulation von Neuroinflammation, Neurotransmission und Stoffwechsel psychiatrische Vorteile bieten könnten. Bislang fehlen jedoch strenge randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) zur Wirksamkeit ketogener Diäten bei TRD.

Diese einfachblinde, randomisierte, kontrollierte Studie (RCT) untersuchte, ob eine sechswöchige ketogene Diät depressive Symptome bei Erwachsenen mit therapieresistenter Depression (TRD) im Vergleich zu einer Kontrolldiät mit hohem Phytochemikaliengehalt reduzieren kann. An der Studie nahmen 88 Erwachsene (Durchschnittsalter 42 Jahre, 69 % Frauen) aus ganz Großbritannien mit mittelschwerer bis schwerer Depression (PHQ-9-Wert ≥ 15) teil, die zuvor auf mindestens zwei Antidepressiva nicht angesprochen hatten.

Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip einer der beiden folgenden Gruppen zugeteilt:

• Die ketogene Diät (KD) mit vorgekochten Mahlzeiten mit insgesamt weniger als 30 Gramm Kohlenhydraten pro Tag, Ketonkörperüberwachung und wöchentlicher Unterstützung

or

• Die pflanzenorientiert phytochemikalienreiche Kontrolldiät (Phytokontrolle) Schwerpunkt auf Obst- und Gemüsevielfalt und Ersatz gesättigter durch ungesättigte Fettsäuren, abgestimmt auf Kontaktzeit und Unterstützung

Der primäre Endpunkt war die Veränderung des PHQ-9-Depressionswerts vom Ausgangswert bis zur 6. Woche. Zu den sekundären Endpunkten gehörten Angstzustände, Anhedonie, kognitive Symptome, Lebensqualität und funktionelle Maße, die nach 6 und 12 Wochen erhoben wurden.

Die wichtigsten Ergebnisse:

Depressionswerte:

  • Der PHQ-9-Wert sank in der KD-Gruppe nach 6 Wochen stärker als in der Phyto-Kontrollgruppe (−10.5 vs. −8.3; Differenz zwischen den Gruppen −2.18). p= 0.05), was auf einen geringen Nutzen hindeutet.
  • Nach 12 Wochen war dieser Unterschied nicht mehr signifikant.

Remissionsraten:

  • Nach 6 Wochen erreichten 25 % der KD-Teilnehmer im Vergleich zu 9 % der Teilnehmer der Phyto-Kontrollgruppe eine Remission der Depression (PHQ-9 ≤4).
  • Nach 12 Wochen war die Remission bei 18 % der KD-Teilnehmer weiterhin vorhanden, im Vergleich zu 9 % in der Kontrollgruppe.

Ängste:

  • Die Angstwerte (GAD-7) verbesserten sich in der KD-Gruppe nach 12 Wochen stärker (Differenz zwischen den Gruppen −2.02). p = 0.04).
  • Andere Ergebnisse:
  • Es wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen hinsichtlich Anhedonie, kognitiver Funktion, Lebensqualität oder funktioneller Ergebnisse festgestellt.
  • Die Einhaltung der ketogenen Diät war während der 6-wöchigen Interventionsphase hoch (84 % testeten mindestens zweimal pro Woche auf Ketone), allerdings setzten bis zur 12. Woche nur noch 20 % die Diät mindestens die Hälfte der Zeit fort.
  • Es wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse gemeldet.

Fazit

Dies ist die erste veröffentlichte randomisierte, kontrollierte Studie (RCT), die zeigt, dass eine ketogene Diät bei Erwachsenen mit therapieresistenter Depression (TRD) – insbesondere bei solchen mit schwereren Symptomen – kurzfristig moderate antidepressive Effekte haben kann. Für eine langfristige Wirksamkeit und eine breitere klinische Relevanz sind weitere Forschungen erforderlich.

Quelle:

JAMA Psychiatrie img Quelle: JAMA Psychiatry

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