Allgemeine Gesundheit
Eine offene, randomisierte kontrollierte Studie zur Bewertung einer ketogenen Diät bei kritisch kranken Patienten mit Sepsis

Sepsis ist eine tödliche Immunreaktion, die trotz modernster Behandlungsmethoden mit hoher Wahrscheinlichkeit tödlich verläuft. Die derzeit übliche kohlenhydratreiche Ernährung schwerstkranker Patienten kann die Immunaktivierung und Gewebeschäden möglicherweise verschlimmern.
Ziel einer aktuellen Studie war es, festzustellen, ob durch ketogene enterale Ernährung eine stabile Ketose bei schwerkranken Sepsispatienten erreicht werden kann, und ihre Durchführbarkeit, Sicherheit und immunologischen Auswirkungen im Vergleich zur standardmäßigen enteralen Ernährung zu bewerten.
An dieser monozentrischen, randomisierten, kontrollierten Studie nahmen 40 schwer erkrankte Erwachsene mit Sepsis teil, die 7 bis 14 Tage lang enteral ernährt wurden.
Ergebnisse:
→ Primäres Ergebnis: Patienten mit ketogener Diät (KD) erreichten eine stabile Ketose mit signifikant höheren β-Hydroxybutyrat-Werten als die Kontrollgruppe (mittlerer Unterschied von 1.4 mmol/l).
→ Sicherheit: In der KD-Gruppe wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse oder schädlichen metabolischen Nebenwirkungen festgestellt.
→ Insulinabhängigkeit: Keiner der KD-Patienten benötigte nach Tag 4 Insulin, im Vergleich zu 35–60 % der Kontrollgruppe.
→ Klinische Ergebnisse: Die KD-Gruppe hatte mehr Tage ohne Beatmung, Vasopressoren oder Dialyse und einen kürzeren Aufenthalt auf der Intensivstation. Es gab jedoch keinen Unterschied in der 30-Tage-Überlebensrate.
→ Immunologische Auswirkungen: Bei KD-Patienten kam es zu einer verringerten Immundysregulation mit geringerer T-Zell-Aktivierungsgenexpression und verringerten Werten proinflammatorischer Zytokine.
Diese Studie ergab, dass ketogene enterale Ernährung bei schwerkranken Sepsispatienten sicher eine stabile Ketose herbeiführt, was potenzielle klinische und immunologische Vorteile aufzeigt. Um die Auswirkungen ketogener Diäten auf sepsisbedingte Organfunktionsstörungen weiter zu untersuchen, sind größere Studien erforderlich.