Psychische Störungen
Ketogene Diät reduziert eine neurobiologische Suchtsignatur bei stationären Patienten mit Alkoholkonsumstörung

Die Alkoholkonsumstörung (AUD) ist gekennzeichnet durch ein starkes Verlangen nach Alkohol und die Unfähigkeit, trotz schwerwiegender Folgen, einschließlich lebensbedrohlicher chronischer Krankheiten, mit dem Trinken aufzuhören. Da Medikamente zur Behandlung von AUD Nebenwirkungen haben und nicht immer wirksam sind, ist die Identifizierung alternativer Behandlungen von entscheidender Bedeutung.
Neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Verlagerung der Energiequelle des Gehirns von Glukose auf Ketone die Schwere des Alkoholentzugs und das Verlangen nach Alkohol bei Personen mit AUD verringern kann.
Eine aktuelle Studie untersuchte die Auswirkungen einer ketogenen Diät auf neurobiologische Marker des Verlangens bei hospitalisierten Patienten mit AUD.
In dieser dreiwöchigen randomisierten kontrollierten Studie wurden 33 Patienten in eine ketogene Diätgruppe und eine Kontrollgruppe aufgeteilt. Während der gesamten Studie wurden das Ausmaß ihres Verlangens nach Alkohol und Veränderungen der Gehirnaktivität im Zusammenhang mit dem Verlangen beurteilt.
Die Forscher berichteten über die folgenden zentralen Ergebnisse:
- Reduzierung des Verlangens: Die ketogene Diätgruppe zeigte im Vergleich zur Kontrollgruppe eine signifikante Verringerung sowohl der neurobiologischen Heißhungersignatur (NCS) als auch der selbstberichteten Heißhungerwerte.
- Ergebnisse der Neurobildgebung: Funktionelle MRT-Scans zeigten eine verminderte Aktivierung in Gehirnregionen, die mit dem Verlangen in der ketogenen Diätgruppe verbunden sind.
- Biochemische Veränderungen: Bei Teilnehmern der ketogenen Diät kam es zu erhöhten β-Hydroxybutyrat-Spiegeln und verringerten Insulin- und Glukosespiegeln, was auf einen verbesserten Ketonstoffwechsel hindeutet.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine ketogene Diät die neurobiologischen Marker des Verlangens bei Personen mit AUD zu reduzieren scheint. Obwohl weitere Untersuchungen erforderlich sind, um diese Ergebnisse in größeren, vielfältigeren Bevölkerungsgruppen zu bestätigen, könnte eine ketogene Diät eine vielversprechende Zusatzbehandlung für AUD sein, indem sie die Gehirnaktivität und Stoffwechselwege moduliert.