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Psychische Störungen

Medizinisch überwachte ketogene Diät als ergänzende Behandlung bei mittelschwerer bis schwerer Depression: Eine Pilotstudie

Zusammenfassung der Forschungsergebnisse: Medizinisch überwachte ketogene Diät als ergänzende Behandlung bei mittelschwerer bis schwerer Depression: Eine Pilotstudie

Die schwere depressive Störung ist eine weit verbreitete und oft therapieresistente psychiatrische Erkrankung, die häufig mit Stoffwechselstörungen einhergeht. Angesichts des wachsenden Interesses an metabolischen Interventionen untersuchte diese Pilotstudie die Durchführbarkeit, Sicherheit, Verträglichkeit und erste Wirksamkeit einer ärztlich überwachten ketogenen Diät (MSKD) als ergänzende Behandlung bei mittelschwerer bis schwerer Depression.

Die 14-wöchige, offene, einarmige Studie wurde virtuell über das Kingston General Hospital in Kanada durchgeführt. Elf Teilnehmer wurden eingeschlossen, von denen acht sowohl die Einleitungs- als auch die Erhaltungsphase abschlossen. Alle Teilnehmer, die die Studie abschlossen, wiesen eine Ernährungsketose auf, definiert durch einen β-Hydroxybutyrat-Blutspiegel von ≥ 0.5 mmol/L.

Die Intervention begann mit einer zweiwöchigen Einleitungsphase, in der die Fettzufuhr schrittweise von moderat auf hoch erhöht und die Kohlenhydratzufuhr deutlich reduziert wurde. Darauf folgte eine zwölfwöchige Erhaltungsphase mit wöchentlichen Beratungen durch eine/n qualifizierte/n Ernährungsberater/in. Während der gesamten Interventionsphase wurden klinische Untersuchungen durchgeführt, darunter die Montgomery-Åsberg-Depressionsskala (MADRS), die Skala zur Erfassung generalisierter Angststörungen (GAD-7) und die Snaith-Hamilton-Vergnügungsskala (SHAPS) zur Messung von Anhedonie.

Hauptergebnisse

Machbarkeit und Einhaltung:

  • 73 % (8/11) haben die vollständige Intervention abgeschlossen.
  • Alle Teilnehmer, die das Programm abschlossen, hielten die Ernährungsketose aufrecht, wobei 87.5 % diese kontinuierlich einhielten.
  • Die Blutketonwerte lagen bei allen Teilnehmern im Durchschnitt zwischen 0.7 und 2.0 mmol/L.

Depressive Symptome (MADRS):

  • Der mittlere MADRS-Wert sank von 29.1 auf 6.4 Punkte.
  • Durchschnittliche Reduktion um 23.3 Punkte (p < 0.001).
  • Bei 87.5 % der Teilnehmer wurde bis zur 12. Woche eine Remission erreicht (MADRS ≤10).

Angstsymptome (GAD-7)Die GAD-7-Werte sanken im Durchschnitt um 8.8 Punkte (p = 0.005), was auf eine deutliche Verbesserung hinweist.

Anhedonie (SHAPS)Die SHAPS-Werte sanken von 5.4 auf 0.6 (mittlere Reduktion: 4.8 Punkte, p = 0.001), was auf signifikante Verbesserungen der hedonistischen Kapazität hindeutet.

Sicherheit und VerträglichkeitEs wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse gemeldet; leichte, vorübergehende Nebenwirkungen (z. B. Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit) beschränkten sich größtenteils auf die Einleitungsphase.

Diese Pilotstudie zeigt, dass eine ärztlich überwachte ketogene Diät durchführbar und gut verträglich ist und bei Personen mit mittelschwerer bis schwerer Depression zu signifikanten Verbesserungen der depressiven Symptome, der Angstzustände und der Anhedonie führt. Diese Ergebnisse liefern erste Hinweise darauf, dass die ketogene Therapie eine vielversprechende ergänzende Intervention darstellt und rechtfertigen weitere Untersuchungen in größeren randomisierten kontrollierten Studien.

Quelle:

Journal of Affective Disorders img Quelle: Journal of Affective Disorders

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  • Titel-Icon Studientitel:
    Medizinisch überwachte ketogene Diät als ergänzende Behandlung bei mittelschwerer bis schwerer Depression: Eine Pilotstudie
  • Quellsymbol Quelle: https://doi.org/10.1016/j.jad.2025.121079
  • Kalender-Symbol Veröffentlichungsdatum:
    6. Januar 2026
  • Autoren-Symbol Studienautoren:
    Brietzke E, Fabe J, Bambokian A, Breda V, Chaves C, Shelp J, Terpstra A, Koning E, Groll D, Milev R, McIntyre RS, Mansur RB, Soares CN, Gomes FA.
Stichworte:
Mittelschwere bis schwere Depression Anhedonie Angstabbau Pilotstudie Zusatzbehandlung Forschung zur psychischen Gesundheit Behandlung von Depressionen Behandlungsresistente Depression Diätetische Intervention Zusatztherapie Ernährungsketose Ketogene Therapie Depression Stoffwechselpsychiatrie ketogene Diät
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