Neurologie
Diät zur Behandlung von Autismus-Spektrum-Störungen

Das Konzept, die Ernährung zur Behandlung von Krankheiten einzusetzen, geht auf das Jahr 400 v. Chr. zurück, als Hungern dazu genutzt wurde, Anfälle bei Epilepsiepatienten zu lindern. Angesichts der vielfältigen Symptome und Ursachen von Autismus-Spektrum-Störungen (ASD) und des Fehlens spezifischer wirksamer Behandlungen untersucht dieser Review das Potenzial von Ernährungsumstellungen als therapeutische Methode für ASD-Symptome.
Der Schwerpunkt liegt neben anderen Ernährungsansätzen auf dem Fragile-X-Syndrom (FXS), der häufigsten monogenen Ursache von Autismus, und der am besten erforschten Ernährungsintervention, der ketogenen Diät. Der Artikel geht auch auf die Rolle der Darmmikrobiota im Zusammenhang mit prä- und probiotischen Therapien ein und schlägt Bereiche für zukünftige Forschung vor, um die Mechanismen zu verstehen, die die Wirksamkeit diätetischer Interventionen bestimmen.
Über Epilepsie hinaus wird die ketogene Ernährung zur Behandlung von Erkrankungen wie Alzheimer, ALS, ADHS und Autismus untersucht, da sich die Mechanismen zwischen Epilepsie und Autismus möglicherweise überschneiden.
Aktuelle Tierstudien an Autismusmodellen zeigen, dass die ketogene Ernährung wichtige Verhaltenssymptome verbesserte, obwohl die Auswirkungen je nach Geschlecht und Genotyp unterschiedlich waren. Frühe Humanstudien deuten auf ähnliche Vorteile hin. Der genaue Mechanismus hinter dem Erfolg der ketogenen Diät ist unklar, aber möglicherweise geht es dabei um die Wiederherstellung des Energiestoffwechsels. Zu den potenziellen Mediatoren gehören Ketone, Fettsäuren und andere molekulare Prozesse, die die synaptische Übertragung, oxidativen Stress und die Darmmikrobiota beeinflussen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ketogene Diäten Symptome wie Epilepsie, Verhaltensprobleme und soziale Defizite im Zusammenhang mit ASS wirksam behandelt haben. Sowohl Kinder mit ASS als auch Nagetiermodelle zeigten während der Diät ein verbessertes Sozialverhalten. Aktuelle Untersuchungen an Fmr1KO-Mäusen ergaben außerdem, dass die Ernährung Anfälle reduzierte und alters- und geschlechtsspezifische Aktivitätsmuster beeinflusste. Sowohl in Studien an Menschen als auch an Tieren gibt es immer mehr Belege für den positiven Einfluss ketogener Diäten auf ASD-Symptome.