Krebs
Kritische Betrachtung der ketogenen Diät im gesamten Krankheitsverlauf bei Neurogliomen: Erkenntnisse aus der Perspektive der medizinischen Ernährungstherapie (MNT)

Die ketogene Diät hat als mögliche Begleittherapie bei Neurogliomen, einschließlich Glioblastomen und Astrozytomen, an Bedeutung gewonnen. Diese aggressiven Hirntumoren weisen niedrige Überlebensraten auf, und die derzeitigen Behandlungen verursachen häufig erhebliche Nebenwirkungen, die die Ernährung und Lebensqualität der Patienten beeinträchtigen. Die ketogene Diät (KD) könnte helfen, indem sie die Energiequelle des Gehirns von Glukose auf Ketone umstellt und so möglicherweise das Tumorwachstum reduziert und behandlungsbedingte Symptome lindert.
Eine kürzlich erschienene Übersichtsarbeit untersuchte die Rolle der ketogenen Diät (KD) im gesamten Verlauf einer Krebserkrankung – von der Prävention bis zur Nachsorge – mit besonderem Fokus auf die medizinische Ernährungstherapie (MNT) durch qualifizierte Ernährungsberater. Obwohl die Forschung zur KD bei Gliomen vielversprechend ist, sind die Ergebnisse noch begrenzt und uneinheitlich, da es an standardisierten Protokollen zur Makronährstoffzusammensetzung und klinischen Wirksamkeit mangelt. Die Übersichtsarbeit betont zudem die wichtige Rolle von qualifizierten Ernährungsberatern bei der Unterstützung von Patienten unter ketogener Therapie, um eine optimale Therapietreue und Sicherheit zu gewährleisten.
Die wichtigsten Ergebnisse:
- Die ketogene Diät induziert Ketose, wodurch der Hirnstoffwechsel von Glukose auf Ketone umgestellt wird und möglicherweise das Tumorwachstum verringert wird.
- Mehrere Studien zeigten Verbesserungen der kognitiven Funktionen, der Stimmung und des Energieniveaus während der Behandlung. In einer randomisierten Studie führte eine ketogene Diät in Kombination mit intermittierendem Fasten zwar zu signifikanten Stoffwechselveränderungen, hatte aber keine Auswirkungen auf die Lebensqualität oder die Kognition.
- Gewichts- und Appetitverlust traten häufig auf, bei einigen Teilnehmern sank der BMI um 5–10 %.
- Bei einigen Teilnehmern verbesserte sich die Anfallskontrolle, während sich bei anderen die Schwere der Anfälle verschlechterte.
- Zu den häufigen Nebenwirkungen zählten Magen-Darm-Beschwerden und eine „Keto-Grippe“ aufgrund von Flüssigkeitsverlusten und Dehydration.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die ketogene Diät zwar vielversprechend für die Behandlung von Neurogliomen ist, jedoch weitere Forschung erforderlich ist, um standardisierte klinische Leitlinien zu entwickeln und Langzeitergebnisse zu bewerten. Die Einbindung von Ernährungsberatern ist entscheidend für die Sicherheit und die Einhaltung der Diät.